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Karpfenköder


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Ich bin der Meinung, dass ein Futterplatz einen umherziehenden Fisch in keinem Fall auch nur einen Meter von seiner Strecke abbringt. Man kann Karpfen nicht anlocken. Möglich erscheint mir nur, dass ein Futterplatz die Fische zum Verweilen verleitet. Dazu muss er dann exakt in ihrer Zugroute angelegt sein. Mit "exakt" meine ich eine Genauigkeit um einem Meter. Es gibt Erkenntnisse aus unserer Praxis, die diesen Schluss zulassen.

Gerne gestehe ich zu, dass eine allgemeingültige Aussage dazu völlig unmöglich ist. Wir werden dennoch aufmerksam diese Theorie weiter verfolgen, mag die Zeit die Antwort geben.

Bei freien Ködern füttern wir ausschließlich Qualität. Allerdings sind wir gespalten in der Ansicht über die Beschaffenheit von freien Ködern und Hakenköder. Bernd konzentriert die höchste Qualität im Hakenköder, versucht eher eine Praline zu basteln. Ich bin der Überzeugung, dass die Qualität des Hakenköders absolut bedeutungslos ist. Denn wenn der Karpfen die Qualität nach dem Aufnehmen feststellt, dann ist es zu spät.

Jetzt, wo ich das hier schreibe, fällt mir auf, dass mir die Ansichten von Kamerad Thomas diesbezüglich gar nicht geläufig sind. Dann muss er dazu wohl einen eigenen Beitrag schreiben. Wie auch immer, am besten fährt man wohl, wenn man alles in überragender Qualität anbietet. Das tue ich größtenteils mit Boilies. Ich füttere dazu Partikelmix, Pellets und Dosenmais.

Eine eindeutige Veränderung der Fangquoten bei unterschiedlichem Futter kann ich nicht feststellen. Das unterstreicht auch die Theorie, dass man den aufnahmewilligen Fisch eben "genau dabei" erwischen muss. Was dann gefüttert wird, ist unerheblich, es muss nur fressbar sein.

Auf lange Sicht bin ich davon überzeugt, dass ein Massenköder sehr nahrhaft sein muss. Den Ersterfolg bezieht man über den Geschmack, den Langzeiterfolg über die verwertbare Energiemenge. Nach meinem Dafürhalten muss das so sein, denn wenn allein der Geschmack über die langfristige Akzeptanz des Köders entscheiden würde, dann könnte man den Fisch auch durch Füttern eines leckeren, aber nicht verwertbaren Köders töten. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Natur so eingerichtet ist.

In diesem Zusammenhang haben wir eine interessante Beobachtung gemacht. Seit kurzer Zeit verwenden wir Tigernüsse. Wenn man die Ausscheidungen der Fische im Karpfensack betrachtet, dann kann man erkennen, dass Tigernüsse vollständig verdaut werden. Manches Mal haben wir bei Futterplätzen mit Partikelmixen und Boilies gesehen, dass vor allem Partikel oft vollkommen unverdaut wieder ausgeschieden werden. Auch Boilies finden wir zwar zerkaut, aber merkwürdig unbeeinflusst wieder. Das könnte ein wertvoller Hinweis darauf sein, dass die verwendeten Futterstoffe für die Tiere unterschiedlich gut zu verdauen sind.

Das könnte dazu führen, dass sich auf lange Sicht eben doch eine Bevorzugung für eine Köderart herausstellt. Dann wäre meine oben genannte Erkenntnis dahingehend widerlegt, dass der Karpfen eventuell längerfristig wesentlich schlechter mit Boilies am Haken und auf dem Platz fangbar ist. Wir werden an diesem Thema weiter dranbleiben. Für die nächste Saison haben wir verabredet, dass Bernd weiter auf Boilies setzt und ich dagegen mein Hauptaugenmerk auf die Tigernüsse richten werde. Ich bin gespannt, was daraus wird.

Hakenköder

Für schwimmende Hakenköder verwende ich Dips. Ob der Dip einen Unterschied ausmacht, das lässt weiten Raum für Spekulationen. In der letzten Saison habe ich viele Dips und Floater von Nutrabaits verwendet. Da der Dip von Nutrabaits neutral ist, kann man sehr schön mit Flavour eigener Wahl den Dip anreichern. Dazu lässt sich die Flüssigkeit auch aufteilen, und man erhält aus einer Dose verschieden aromatisierte Dips. Die Floater werden im Dip ziemlich weich, aber sie halten erstaunlicherweise trotzdem sehr gut am Haar.

Ganz prächtig sind Tigernüsse oder Hartmaisketten als Hakenköder geeignet. Liegen sie nicht schlammig, so sind sie über Tage einsetzbar. Harte Partikel kann man schon vor dem Angeln zu Hause durchbohren und auf Zahnseide auffädeln. Am Wasser muss man sie dann nur noch am Vorfach montieren.

Henrik (Oktober 2001)


 
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