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Rühren und Kneten - Boilies einfach selbst gemacht


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Um Boilies selbst zu kochen, braucht man ein Rührwerk aus einer Bäckerei, eine hydraulische Teigpresse, einen Rolltisch, drei Friteusen, klimatisierte Trockenräume und ein Chemiestudium. Wer diese Ausrüstung nicht hat, geht besser zum Minigolf.

Oder er bemüht diese Anleitung, die besonders für den Einsteiger gemacht ist. Hier werden keine genialen Geheimnisse gelüftet oder Tipps für die Massenproduktion gegeben. Vielmehr möchten wir dem Kochschüler einen einfachen Weg aufzeigen, wie man mit wenigen Gerätschaften zu kleinen Preisen prima Frischeiboilies selbst herstellen kann.

Damit die Sache nicht schon am Anfang in die Hose geht, empfehlen wir fürs erste einen Fertigmix. Dieser muss eine gute Verarbeitungsqualität aufweisen. Da man das natürlich vorher nicht riechen kann, informiert man sich am besten in Internet-Foren über bereits vorliegende Erfahrungen mit der bunten Tüte.

Man kann zum Mix noch Geschmacksstoffe (Flavour) dazugeben, Farbstoff zusetzen und auch ein speziell für die Boilieproduktion hergestellter Süßstoff kann nicht schaden. Das muss aber nicht sein, denn die meisten guten Mixe fangen auch ohne Zutaten hervorragend.

Für eine erfolgreiche Sprengung der Küche schlagen wir diese Ausrüstung vor:

Handrührgerät

 

ungefährer Preis:

 

15,00 €

1 Kilogramm Fertigmix

 

ungefährer Preis:

 

10,00 €

10 Eier der Größe L

 

ungefährer Preis:

 

2,00 €

Rolle Frischhaltefolie

 

ungefährer Preis:

 

1,00 €

Pink-rote Rührschüssel

 

ungefährer Preis:

 

3,00 €

Frotteehandtuch

 

ungefährer Preis:

 

3,00 €

Haushaltssieb aus Metall

 

ungefährer Preis:

 

7,00 €

Großer Kochtopf

 

ungefährer Preis:

 

15,00 €

Einwegspritze mit einer Kanüle der Größe 1

 

ungefährer Preis:

 

0,50 €

 

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Auf der Verpackung des Mixes ist eine Menge an Eiern angeben. Wenn Eier der Größe L verwendet werden, dann nimmt man die mittlere angegebene Anzahl. Wenn also die Empfehlung 4-6 Eier auf ein Pfund Mix lautet, dann verwendet man 5 Stück der Größe L. Die Eier werden in die Schüssel aufgeschlagen.

Dazu kommen alle Zutaten wie Geschmacksstoffe, Lockstoffe (Additive), Farbstoff und dergleichen. Um flüssige Zusätze richtig zu dosieren, benutzt man am besten eine Einwegspritze mit Kanüle. Die Herstellerempfehlungen für die Dosierungen sind ganz sicher richtig. Fehlt eine Dosierungsempfehlung für den Geschmacksstoff, dann liegt man mit 1 ml pro Ei nicht verkehrt.

Bei Farbstoff spielt ein Gramm mehr oder weniger keine große Rolle. Bevor der Mix dann zu den Eiern kommt, muss alles sorgfältig mit dem Rührgerät verquirlt werden.


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Eigentlich gibt man den Mix unter Rühren nach und nach in die Flüssigkeit. Das ist beim ersten Mal gar nicht so einfach, wie es sich anhört. Denn der Teig erreicht während des Rührens einen Zustand, in dem er so klebt, dass es schwierig wird, ihn weiter zu verarbeiten.

Wenn man jedoch genau weiß, dass die richtige Menge Mix zur richtigen Menge Ei verwendet wird, dann gibt es eine bessere Methode. Man kann in diesem Fall den Mix insgesamt zu den Eiern geben. Da man bei der Verwendung eines Fertigmixes alle Mengen kennt, raten wir zu diesem Vorgehen. Der Mix wird also komplett in die Schüssel über die Eier geschüttet. Für das Rührgerät wählt man logischerweise die Aufsätze zum Teig kneten. Schon nach kurzem Rühren mit kleiner Geschwindigkeit beginnt der Mix mit den Eiern zu binden.


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Man führt das Rührgerät gleichmäßig durch den Teig und schaltet bei Bedarf die Geschwindigkeit immer höher.


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Ändert sich die Konsistenz nicht mehr, ist der Teig fertig. Die ganze Aktion geht ziemlich fix und deshalb muss jeder Handgriff sitzen.


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Nun kann man sich das erste Mal die Hände schmutzig machen indem man den Teig zu einem Klumpen formt. Wirklich gut, wenn man die Folie schon am Anfang bereitgelegt hat. Der nächste Schritt besteht nämlich darin, den Teig in die Frischhaltefolie einzuwickeln. Dort bleibt er für ungefähr eine halbe Stunde und kann durchziehen ohne zu vertrocknen.

Man hat jetzt genug Zeit, um die Vorbereitung für das Kochen zu treffen. Das Handtuch muss auf einer ebenen Unterlage zurecht gelegt werden. Die fertigen Boilies sollen darauf getrocknet werden. Der Topfdeckel gehört neben den Herd. Der Topf mit dem Wasser sollte ziemlich voll sein, da das Sieb nicht sehr tief versenkt werden kann.


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Um die Köder zu rollen, braucht man nicht unbedingt einen Rolltisch oder Teigpressen. Für den Anfang genügt es, wenn man die Kugeln mit den Händen rollt. Und zwar eine nach der anderen. Es gibt zwar lustigere Aufgaben, aber manchmal muss man die Dinge eben nehmen wie sie kommen.

Es ist darauf zu achten, dass die Kugeln ungefähr gleich groß sind. Später ist es dann einfacher, den richtigen Garzeitpunkt zu bestimmen. Die Köder müssen nicht rund sein. Man kann den Klumpen auch mit einem Messer in Scheiben schneiden und dann würfeln.

Eventuell klebt die Teigmasse ganz fürchterlich an den Händen. Das ist ein Zeichen für zu viel Ei in der Mischung. Für die Qualität der Boilies spielt das aber keine Rolle. Das Problem mindert man, indem die Hände immer wieder mit ein wenig Wasser befeuchtet werden. Die gerollten Murmeln dürfen nicht zu dicht nebeneinander abgelegt werden, da sie sonst leicht zusammenkleben.


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Ist die Hälfte des Teiges verarbeitet, sollte man mit dem Garen beginnen. Dafür muss das Wasser kräftig sprudelnd kochen, während das Sieb schon im Topf eingehängt ist.

Es werden nicht mehr als 20 Köder gleichzeitig in das Kochgerät gegeben. Das ist wichtig, da bei zu vielen Kugeln das Wasser stark abkühlen könnte und aufhört zu kochen. Gleich nach dem Versenken sollte man mit einem Kochlöffel oder einem ähnlichen Gerät eventuell verklebte Murmeln lockern.


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Eine Garzeit für Boilies anzugeben, ist nicht möglich, da diese von vielen Faktoren abhängt. Die Köder sind fertig, wenn sie anfangen aufzutreiben. Sobald die ersten Kugeln beginnen "leicht" zu werden, nimmt man das Sieb heraus. An dieser Stelle zahlt es sich aus, wenn die Boilies ungefähr gleich groß sind.


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Der hoffentlich bereit liegende Deckel des Topfes dient als Tropfschutz, während man das Sieb zum Handtuch an den Trockenplatz bringt. Und das war es schon.

Sind die Boilies getrocknet wird man feststellen, dass sie relativ weich sind. Das ist richtig so. Um den Ködern die gewünschte Härte zu verleihen, werden sie lange getrocknet. Dieser Vorgang kann durchaus mehrere Tage dauern.


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Zum Transport ans Wasser sollte keinesfalls ein geschlossener Behälter verwendet werden. Frischeiboilies müssen luftig reisen. Dafür empfehlen sich Beutel aus Netzmaterial. Die Aufbewahrung zu Hause ist einfach, man kann die Köder in Plastiktüten einfrieren. So sind sie einige Monate haltbar - können also auch auf Vorrat produziert werden.


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Wenn sich Erfolge mit den Frischeiboilies einstellen, will man sicher nicht mehr auf diese Qualität verzichten. Die hier vorgestellte Produktionsmethode ist sehr einfach und billig. Um schneller größere Mengen herzustellen, läßt sich das Verfahren in vielen Punkten optimieren. Beispielsweise dient ein Holzgestell mit Fliegengaze auf einem Wäscheständer als guter Trockenplatz. Rolltische und Knetmaschinen ermöglichen die Verarbeitung großer Mengen Mix.


Zum Abschluss gibt es noch einen Tipp von einem der weiß, wie man große Fische fängt. Christian Finkelde verrät an dieser Stelle sein Köder-Rezept für die Saison 2003.

Der im Hintergrund ist Christian Finkelde  

Rod Hutchinson Addicted Mix

 

1 kg

Rod Hutchinson Solutein

 

20 ml

Rod Hutchinson Addicted Liquid

 

10 ml

Rod Hutchinson Secret Agent

 

2 ml

Henrik (August 2003)


 

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