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DAV - nicht alles Gold, was glänztWir wollen hier von Dingen schreiben die uns anöden. Wir wollen von kleinem Geist und großem Maul berichten und wir meinen damit nicht die Karpfen. Wir müssen pauschalisieren, obwohl wir wissen, dass über eine große Menge Menschen etwas zu berichten, auch immer Ungerechtigkeit für die guten Leute darunter bedeutet. In diesem Beitrag geht es um den DAV. Da die meisten deutschen Angler in Vereinen außerhalb des DAV organisiert sind und nur Vereins- und Gastkartengewässer befischen, werden wir kurz die Struktur des Verbandes erklären. Der VerbandDer Deutsche Angler Verband (DAV) ist eine Dachorganisation für Anglervereine. Durch die Mitgliedschaft in einem DAV-Anglerverein erwirbt man das Recht, an vom DAV gepachteten Gewässern zu fischen. Der Verband bewirtschaftet eine enorme Wasserfläche und ist deshalb äußerst attraktiv. Theoretisch funktioniert das so, dass der geneigte Fischjäger eine Jahreskarte für die Bundesländer seines Interesses erwirbt und dann ganz ungezwungen nach einem Gewässerverzeichnis seine Pools aussucht. Das gesamte Pachtwasser des DAV steht ihm zur Verfügung. Der Anglerverband erlässt eine Gewässerordnung, der sich jedes Mitglied unterwirft. Von den Beiträgen der Mitglieder, die über die Vereine an den Verband entrichtet werden, führt dieser Besatzmaßnahmen durch. Soweit die schöne heile Welt... Die RealitätTatsächlich spielen sich an den Pachtseen teilweise haarsträubende Dinge ab. Die an den jeweiligen Gewässern ansässigen Vereine betrachten die von ihnen betreuten Pools als ihr Privateigentum. Das hört sich banal an, zeitigt aber ärgerliche Geschichten. Es beginnt mit der Anfahrt zum See. Der Zufahrtsweg ist durch eine Schranke versperrt - wie unangenehm. Nachdem man seinen Krempel zum Platz geschleppt hat und einem der Schweiß kreuzweise den Hintern runter rennt, stellt man fest, dass am benachbarten Angelplatz zwei Autos parken. Diese gehören privilegierten Mitgliedern des hiesigen Ortsvereins und die haben natürlich einen Schlüssel für die Schranke. Ist ja auch normal, schließlich wurde die Absperrung durch den Ortsverein finanziert und errichtet. Dies mit Genehmigung des Dorfbürgermeisters, dessen Tochter mit dem missratenen Sohn des Vereinsvorsitzenden liiert ist. Freie Fahrt für freie Bürger - sofern es sich um Einheimische handelt. Nachdem der Angelgast freundlich gegrüßt hat, und mit dem Aufbau des Fanggerätes beschäftigt ist, kommen die Verbandskameraden herüber und klären über die Situation am Teich auf. Und was sie nicht alles zu berichten wissen! Da gibt es "die Berliner", "die Oranienburger" und ähnliche Spezies, die alle nur antreten, um ihren Müll abzukippen. Sie, eben alle anderen, verschmutzen den Pool durch Tonnen Futter, machen Lärm und besetzen - am allerschlimmsten - die Angelplätze. Diese widerlichen Fremden machen dazu auch noch die Fische abhängig. Sie füttern nämlich Hanf! Und das ist nunmal eine Droge. Daraus folgt, dass die Misserfolge der ortsansässigen Angler allein auf die Vergiftung der Scheiß-Berliner zurückzuführen sind. Skandal! Was für ein Ärger. Angesprochen auf die Tatsache, dass im Gebüsch in der Nähe neben den zwanzig Bierflaschen drei Maisdosen liegen, und es nur sehr schwer vorstellbar ist, dass ein Plötzenfischer 100 Kilometer durch die Heide zum Angeln gondelt, wird abgewiegelt. Natürlich war dieser Umweltschädling aus Berlin oder wenigstens aus Oranienburg - welch prophetische Gabe. Der nahe Ort und damit die eigenen Vereinskameraden kommen natürlich nicht in Frage. Da mittlerweile der Müllsack aus unserem Gepäck zum Vorschein gekommen ist, wird uns versichert, dass auch die vertierten Typen mit Müllsack dem Ortsverein bestens bekannt sind. Der Müllsack dient nur zur Tarnung, er wird entweder am Pool zurückgelassen oder im Ort an der Bushaltestelle entsorgt. Aha, sieh an. Diese Enthüllung quittieren wir mit einem gequälten Lächeln. Gegen Abend rudert ein Einheimischer in einem Kahn zielstrebig auf unsere Bojen zu. Dort angekommen, beginnt unser Freund wie selbstverständlich die Boje aufzuwickeln. Unseren entsetzten Zurufen antwortet er, dass dies eine Aalschnur sei und das wäre verboten. Wir klären ihn auf. Er bestreitet allerdings, dass es sich um eine Futterboje handeln würde, denn es ist gar kein Futter unten dran. Als er schließlich abzieht, ruft er uns zu, dass wir heute noch Besuch bekommen würden. Tatsächlich taucht später der Fischereiaufseher auf. Der ist ganz vernünftig und erklärt uns, dass er auf Grund eines anonymen Anrufes erschienen ist. Wir kommen ins Gespräch und erzählen von unserem Bojenheini. Er kennt natürlich seine Pappenheimer und weiß zu berichten, dass er eben diesen Sportsfreund schon dreimal beim Legen von Aalschnüren erwischt hat. Man lacht gemeinsam. Eine Stunde danach taucht mit lautem Getöse ein Vertreter der örtlichen Jugend mit einem Motorrad auf und betrachtet uns aus einiger Entfernung argwöhnisch. Wir erinnern uns dabei an die Geschichte, nach der an diesem See vor wenigen Wochen Gast-Angler von einer Gruppe besoffener Teenager attackiert wurden. Nachdem Bierflaschen auf die Zelte der Kameraden geflogen waren, wurde einer der angreifenden Lokal-Helden unsanft schlafen gelegt. Seit dieser Nacht sinnen die Alkoholrebellen auf Rache. Das Motorrad-Vorauskommando röhrt davon, ein mulmiges Gefühl für die kommende Nacht bleibt zurück. Nicht dass wir uns fürchten würden, aber wir sind ja schließlich zum Fischen hier und nicht zur Kindererziehung. Am nächsten Morgen gibt es hektische Betriebsamkeit am Ufer. Der Ortsverein sperrt die Zugänge zur Hälfte des Sees ab und beginnt mit dem Aufbau des Partyzeltes für das jährliche Hegefischen. Die Dimensionen lassen eine Kompanie russischer Infanterie als geladene Gäste vermuten. Gegen Mittag stellt sich dann gesellige Heiterkeit ein. Dies allerdings nur am vier Quadratmeter messenden Grill im Bierzelt direkt am Ufer. Allerdings nicht bei dem unglücklichen Kameraden, welcher seinen Urlaub zufällig auf dem Platz für das Bierzelt verbringen wollte. Er wurde auf Veranlassung des Vereins durch die Polizei entfernt. Seine Argumentation, nach der er schon vor der Ausschilderung der Hege-Farce an diesem Platz angelte, wurde in den Wind geschrieben - der schon voller Party-Musik ist. Wir hören einen lustigen Wettstreit zwischen der Lautstärke der Beschallungsanlage und dem dumpfen Grollen des Dieselaggregates. Dieselkraftstoff am Wasser? Na ja, egal. Am Nachmittag besuchen wir die Bierseeligen - Feinripp und Weltpolitik an langen Biertischen. Geangelt wird nicht viel, jedenfalls nicht von den Vereinsmitgliedern. Ihre Ruten angeln schon - allein vor sich hin, auf 500 Metern Uferstrecke verteilt. An ein beschauliches Fischen unsererseits ist nicht mehr zu denken. Wir bleiben dennoch eine Nacht, in der uns das Hämmern des Aggregates in den Schlaf wiegt...bis morgens um vier. SchlussbemerkungWas uns in den letzten Jahren begegnete, waren verkalkte Altfunktionäre, frustrierte intolerante Vereinsfuzzis und eifersüchtige Dorfspinner, die der irrigen Meinung sind, dass die vom Dachverband gepachteten Gewässer ihnen ganz allein gehören und Regeln nur für Fremde gelten. Einen Angelgast heißen sie nicht willkommen, nein, sie versuchen ihn zu vertreiben. In ihrer Ignoranz erkennen sie nicht, dass die Pacht für "ihre" Gewässer keinesfalls nur aus ihren Vereinsbeiträgen bezahlt wird. Aber am wichtigsten wäre für sie die Erkenntnis, dass ihnen niemand etwas wegnimmt. Sollte das nicht möglich sein? In diesem Beitrag haben wir Erlebnisse aus einem längeren Zeitraum zusammengefasst. Alles was uns ärgert, haben wir nicht aufgezählt. Aber: Bei keinem der genannten Beispiele haben wir übertrieben! Und das ist wirklich traurig. Die Maniacs (Mai 2002)
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Karpfen im Netz? Carpermania - Karpfenangeln für Besessene! Seit 2001 habt ihr die Verrückten am Hals. |
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