Fürchtet euch nicht, wir sind bei euch!

Du bist hier: Artikel > Futterkampagnen

 

Lexikon der Karpfenfischerei   Die Wahnsinnssuche
 
Startseite
Neuigkeiten
Artikel
Tipps und Tricks
Gästebuch
Mitglieder
Galerie
Verweise
Dienste
Kontakt
Lexikon
Suche

Futterkampagnen


Bild anschauen

Meine Erfahrungen, ich bin seit 1993 auf Karpfen aktiv, lassen einige interessante vorläufige Schlüsse zu. Sie erheben weder den Anspruch auf Allgemeingültigkeit, noch sollen sie oberlehrerhaften Charakter haben. Saugt es auf wie ein Schwamm und macht was draus!

Die weitläufige Meinung, man könne sich mit einem intensiven Futtereinsatz (über mehrere Tage oder Wochen) den Karpfen auf eine Stelle ziehen oder halten, bzw. den Karpfen zum immer wiederkehrenden Auftauchen zur gleichen Zeit am gleichen Ort bewegen, kann ich nach meinen Versuchen nicht bestätigen. Es scheint mir, dass dieses Gerücht gern durch die Futtermittelindustrie propagiert wird - logisch!

Ich habe aber festgestellt, dass ich selbst nach kürzester Zeit ohne Vorfüttern gute Ergebnisse erzielen konnte. Zufall? Klartext: Es liegt nicht maßgeblich an der Futtermenge, sondern an den exakt lokalisierten Wander- bzw. Fressrouten und Futterplätzen der Karpfen. Schließlich ist im Leben eines Karpfens (mehrere Jahrzehnte) die Erfahrung eines natürlichen Fressplatzes intensiver als der künstlich angelegte Futterplatz eines erfolglosen Hunters von ein paar Tagen oder Wochen.

Eine interessante Erfahrung haben wir an unserem Hausgewässer gemacht. Von zwei befischten Stellen im Abstand von nur 5 Metern hatte die eine Stelle innerhalb weniger Tage 3 Fische produziert und die andere nicht einen. Ich denke, es war einfach kein Fisch auf der anderen Stelle. Und somit besteht ein gravierender Unterschied auf nur 5 Metern. Genaue Localization ist unerlässlich.

Die Suche nach natürlichen Fütterplätzen

Jetzt wird es schwer. Hier denke ich, die Plätze hängen von unheimlich vielen Faktoren ab. Jedes Gewässer, ob fließend oder stehend, hat andere Hotspots. Und mit Sicherheit ist ein gefangener Fisch an einer bestimmten Stelle keine Fanggarantie für die Zukunft. Grundlage für eine sichere Bestimmung eines Fressplatzes sind monatelange Beobachtungen mit den folgenden Schwerpunkten:

Wurden die genauen Wassertiefen und Bodenstrukturen des Gewässers bestimmt (Bodenbeschaffenheit und Pflanzenbewuchs)?

Wurde eventuell schon mal am Platz Fisch von anderen gefangen (nur hilfreich, nicht maßgeblich)?

Konnten schon Fische gesehen werden oder haben sie sich durch enorme Blasenentwicklung verraten?

Waren die eigenen zeitraubenden Tests erfolgreich (Menge der gefangenen Fische)?

Auf diese Art und Weise müssen Routen und Plätze lokalisiert, gegebenenfalls langwierig eingekreist werden.

Analyse

Seit einiger Zeit sammeln wir diese und einige weitere Daten unserer Gewässer. Da Henrik, unser Technik-Freak, über GPS, Echolot, Palm, etc. verfügt, kann hier mit unserer Zuarbeit eine umfangreiche und genaue Datenbank aufgebaut werden. Wir versuchen zu analysieren, was immer zu analysieren ist. Temperatur, Luftdruck, Wetter, Mondphase, Wassertiefe, Schuhgröße und vieles mehr. Was am Ende für Zusammenhänge ersichtlich werden, wissen wir auch noch nicht. Vielleicht habt Ihr ja noch weitere Ideen, welche Daten von Interesse sein könnten.

Freie Köder

In diesem Punkt werden mir Kamerad Henrik und Bernd sicherlich beipflichten - die Qualität von Futterboilies muss mindestens genauso gut sein, wie der Hakenköder selbst - wenn nicht sogar besser. Mit Sicherheit wird unser Karpfen zuerst die Futterboilies finden, bevor er auf den Hakenköder stößt. Das in den Köder gewonnene Vertrauen begründet sich also dadurch, wie gut oder schlecht die Futterboilies sind. Klar, braucht Erfahrung ihre Zeit. Doch kann man sicherlich davon ausgehen, dass ein Karpfen genau wie jedes andere Lebewesen (uns eingeschlossen) seine Nahrung nach den Nährwerten selektieren wird.

Im Klartext heißt das, je höher der Nährwert eines Boilies ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass genau diese Köder mit dem natürlichen Nahrungsangebot des Karpfens konkurrieren können. Das bedeutet, dass jeder Boilie den höchstmöglichen Nährwert haben sollte, um von ein und dem selben Karpfen immer wieder aufgenommen zu werden. Dieser Logik folgend, bedarf es natürlich keiner Massenfutteraktionen mit mehreren Eimern. Seht es mal so: was so nahrhaft ist, ist wie ein Bonbon - Bonbons sind gut - und was gut ist, ist rar - und was rar ist, wird gesucht!

Ein guter Boilie

Konstruieren wir einen Idealfall. Nehmen wir ein kleines, sehr nahrungsreiches Gewässer mit nur einem Karpfen. Wir füttern nicht zu viel aber ausreichend für einen Fisch. Wir haben Glück und fangen den Fisch immer wieder und wieder und auch an verschiedenen Stellen. Wir sehen im Karpfensack nicht nur zerdrückte Boilies, sondern auch natürliche Nahrungsreste. Das Ganze immer wieder und wieder. Ist doch gut! Oder?

Weg vom Idealfall - hinein in die Realität. Das heißt: testen, testen und nochmals testen. Nicht die Größe der Fische, sondern die Anzahl der Fänge und gerade Doppelfänge zeigen klar den Erfolg. Die Akzeptanz unserer Boilies wird dadurch bewiesen.

Testet es doch einfach so: Nehmt euch ein Gewässer vor, das nicht gerade mit Nahrungsarmut prahlt. Bastelt den nach eurer Meinung bestmöglichen, aber immer gleichen Köder (das ist entscheidend) und setzt euch so oft Ihr könnt an die Stellen, wo Ihr schon ansatzweise gute Fangresultate in puncto Menge erzielt habt. Jetzt müsst ihr es aussitzen. Sollten Doppelfänge keine Seltenheit sein und eventuell der zeitliche Abstand von Doppelfang zu Doppelfang geringer werden, ist die Wahrscheinlichkeit doch schon sehr hoch, dass der Köder akzeptiert wird. Dadurch steigt natürlich auch die Menge der Bisse. Wann dann auch mal ein größerer Fisch kommt, ist doch nur noch eine Frage der Zeit.

Ich gestehe ehrlich, dass auch ich immer weiter am Testen bin, aber irgendwann fängt jeder an und der Test hört eigentlich nie auf. In diesem Zusammenhang habe ich den Ausdruck gehört, dass ein "Boilie nicht mehr läuft". Gemeint ist damit wohl, dass er nach längerer Zeit an verschiedenen Stellen keine regelmäßigen Erfolge mehr bringt. Wo immer ich diesen Satz vernehme, weiß ich also, dass hier die Rede von äußerst schlechten Boilies ist. Klar dass dann ein neuer Boilie aufgrund der neuen inhaltlichen Zusammensetzung die Aufmerksamkeit der Fische auf sich zieht. Die natürliche Neugier des Karpfens wird geweckt. Er wird nach der Verdauung dieser Köder feststellen können, ob die Nahrungsinhalte seinem Bedarf entsprechen oder nicht. Ob wir von einem Erdbeerboilie sprechen, oder ob er neutral ist, spielt hierbei sicherlich nur eine Nebenrolle. Der Mix ist entscheidend!

Zutaten

Da die Maniacs, wie wahrscheinlich die meisten von euch, sehr wenig Zeit durch Beruf, Familie oder sonstige Tierhaltung haben, fällt es schwer, auch noch die Zeit zur eigenen Boilieproduktion aufzubringen. Doch besteht hierbei die Gefahr, einen wirklich großen Fehler zu machen, wenn der Köder nicht gut genug ist. Verwendet man fertige Boilies, so kommt nur der Beste in Frage.

Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Fertigboilies der Firma Nutrabaits gemacht, da dies die mir einzige bekannte Firma ist, die jahrelange Erfahrungen auf dem Gebiet der Köderherstellung hat und selber aus ihrem Futter- und Zutatenprogramm ihre Boilies herstellt. Es sind mir auch nur wenige Firmen bekannt, die auf ihren Boilietüten die Inhaltsstoffe angeben. So denke ich, dass man in puncto Fertigboilies hier die bestmögliche Sicherheit auf einen guten Boilie hat.

Eigene Mixe

Hier versuche ich genau die Fressgewohnheiten meiner bereits gefangenen Karpfen aufgrund ihrer Exkremente und deren Inhalte zu analysieren. In einigen Fällen konnte ich erstaunlich viele zerkleinerte Muschelreste finden und auch gleichzeitig ein sehr hohes Muschelaufkommen im Gewässer verzeichnen. Dann nehme ich sehr eiweißhaltige Mixe, wie Fischmehl als Basis. Da für mich der Mix die entscheidende Rolle spielt, sollte dieser auch sehr hochwertig sein.

Dips - ein psychologischer Vorteil

Da nur die Kontroverse uns Karpfenangler voranbringt, stelle ich ernsthaft die Frage, ob gerade der gedippte Hakenköder Sinn macht. Soll der Karpfen aus 200 Metern Entfernung den Hakenköder riechen (schmecken) oder etwa im Futterumkreis alle Boilies verschmähen, weil er wie von einem Magneten an den Hakenköder gezogen wird? Nein! Denn dann wäre der Karpfensack nicht voller Boiliereste von freien (!) Ködern. Und wenn der Dip kein Magnet ist, lässt somit nur der reine Zufall den Karpfen auf den Hakenköder stoßen. Genau dann steht er vor der Entscheidung. Soll er nun genau wie die Futterboilies (die ja sehr gut sind?!) den Hakenköder aufnehmen, oder soll er doch eventuell aus irgendeinem Grund misstrauisch werden, weil hier was eventuell ganz anderes vor ihm liegt?

Flavour

Da ich dem Geschmack der Boilies keine große Bedeutung beimesse, muss ein Flavour für mich auch nicht unbedingt enthalten sein. Allerdings sind Fertigboilies meist nur mit Flavouranteilen erhältlich. Wie dem auch sei, für die Verdaulichkeit des Boilies ist doch in erster Linie nicht das Flavour zuständig, sondern alle anderen Inhaltsstoffe.

Extras

Die Wirkung von einzelnen Beigaben, wie Betaine, Stimulatoren und Sweetenern, ist mit Sicherheit umstritten. Die genaue Wirkung lässt sich wahrscheinlich nur im Interview mit Mister Carp persönlich ergründen. Die grundsätzliche Frage lautet jedoch: In welchem natürlichen Nahrungsvorkommen des Karpfens sind zum Beispiel Stimulatoren vorhanden?

Der Futterplatz

Wenn der Hakenköder sowie die freien Köder nicht übersehen werden sollen, so halte ich die Futterstelle möglichst klein und komprimiert. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Futterplätzen im Durchmesser von ungefähr zwei Metern gemacht. Die unmittelbare Hakenköderstelle präpariere ich viel lieber mit einigen wenigen punktgenau platzierten Boilies und reichlich aktivem Futter (Pellets oder Partikeln). Dies steigert die Fresslust meines Erachtens ungemein und könnte für einen kurzzeitigen Fressrausch sorgen.

Thomas (Oktober 2001)


 
Ich will etwas sagen!  

Deine Meinung zu diesem Artikel kann hier abgegeben werden.

 
Das will ich lesen!  

Lesetipp: Fummeln und Basteln - Line Aligner Rig selbst gebaut
Schritt für Schritt zum eigenen Vorfach - Anleitung zum Selbstbinden

 

 

Lesermeinung

 
Eingesandter Leserkommentar  

Name: Michael Jüngst
Datum: 24.03.2006

Echt "knorke" eure Berichte!! Bis jetzt habe ich ganz gute Erfolge mit Rind/Gemüse-Frolic, meint ihr, dass ich mit Boilies das ganze noch toppen kann? Wie lange muss ich vorher anfüttern? Muschelbänke im See - Muschelfleisch für Boilies oder genügt Fischmehl?

Fressen Karpfen Eicheln?

Euer Fan

 

 

Karpfen im Netz? Carpermania - Karpfenangeln für Besessene! Seit 2001 habt ihr die Verrückten am Hals.