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Kunststoffboot BIC 245


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Haste ma' Feuer? Wenn man hat, dann oft von BIC. Die französische Firma BIC ist jedermann durch ihre Feuerzeuge bekannt. Weniger bekannt ist hierzulande, dass BIC alle möglichen Dinge herstellt - unter anderem auch hervorragende Ruderboote. Ich möchte dem geneigten Karpfenjäger in diesem Aufsatz das Ruderboot BIC 245 schmackhaft machen, auch wenn es kein Feuer geben kann.

Festkörperboote

Wer zur Miete in der Stadt wohnt, ist schon heilfroh, wenn er über eine trockene verschlossene Kellernische für den Angel-Krempel verfügt. Wenn man in solch einen Keller auch noch ein Schlauchboot oder ein schlankes Banana-Boot unterbringen kann, dann ist schon viel gewonnen. Für solche Wohnverhältnisse ist ein Festkörperboot natürlich ungeeignet. Wenn man jedoch eine Garage oder ein Grundstück sein Eigen nennt, dann sind solche Boote für den Karpfenangler sehr interessant.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Deutlich bessere mechanische Robustheit im Vergleich zu Schlauchbooten
  • Kippstabiler als Banana-Boote
  • Keine Rüstzeit
  • Keine Reinigungszeit

Es ist schon sehr angenehm, wenn man das Boot zu Hause aufs Fahrzeug lädt, dann einfach ins Wasser schmeißt und die eingesparte Aufbauzeit mit Biertrinken verbringen kann. Auch die Nachsorge ist ein Kinderspiel. Denn ein Eimer Wasser genügt, um den Innenraum auszuspülen. Das lästige Geputze in den Falzen und an schwer zugänglichen Stellen am Schlauchboot entfällt. Trocknen muss ein Festkörperboot auch nicht, da es ja nicht im Auto verstaut wird und zudem draußen lagert.

Doch welches nun nehmen? Wir empfehlen das BIC 245. Gründe:

  • Günstiger als Zodiacs und Bananen
  • Kippstabil durch wuchtige Katamaran-Kiele
  • Reichlich Griffe und Dollenhalter vorhanden
  • Sitzbankposition variabel
  • Durch Räder am Heck fahrbar wie eine Schubkarre
  • Klein und leicht - nur 39 Kilogramm
  • Durch Rillenboden trittsicher
  • In Grenzen motorisierbar
  • Unsinkbar durch Ausschäumung
  • Schön

Außerdem ist es wiederverwertbar und kann nach der Ausfahrt in eine Wertstofftonne entsorgt werden. Na wenn das nichts ist, hm?

Erfahrungen

Unsere Erfahrungen mit dem BIC-Schiff sind positiv. Ein 100-Kilo-Recke kann im Boot auf der Seite stehen, ohne das es zu weit kippt. Das gilt natürlich nicht für Grobmotoriker. Durch die variable Sitzbankposition findet selbst Thomas mit seinen langen Gräten eine bequeme Ruderhaltung. Die Dollen am Heck eignen sich gut, um abgelegte Ruten zum Ufer zurückzufahren. Die Schnur wird außerhalb der Dolle geführt und verklemmt sich somit beim Abrollen nicht unter der Rute. Ein besonderes Sahnestück sind die integrierten Räder. Sie erleichtern den Betrieb und Transport mehr, als man sich das vor dem Kauf denkt. Und weil es aufrecht abgestellt werden kann, findet so mancher Garagenbesitzer eine praktikable Unterbringungungsmöglichkeit.

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Nicht geeignet ist es für mehr als zwei Personen oder zum Übersetzen ohne Packboote. Dafür ist es einfach zu klein und die Bordwand zu niedrig. Aber wer mit mehr als zwei Leuten beim Karpfenangeln Boot fahren will, bucht sowieso besser Ausflugsdampfer.

Eine konstruktive Schlamperei findet man bei den Dollen. Diese sind erheblich zu eng für die Ruder. Deshalb kann das Ruder nicht ins Wasser getaucht werden, ohne das sich die Dolle nach außen verbiegen muss. Dies wird von der Dolle irgendwann mit einem Bruch bestraft. Wir haben zwei Dollen abgebrochen und sind dann tätig geworden. Entweder man erwirbt neue Ruder mit kleinerem Durchmesser oder man verändert die Dollen. Da die Ruder von ordentlicher Güte sind, bauten wir uns neue Dollen, die an den Rudern fixiert wurden. Dadurch kann man die Dollen weder verlieren noch vergessen und endlich kann man (sich) kräftig am Riemen reißen.

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Transport

Ein entscheidender Nachteil von Festkörperbooten sind die Transportschwierigkeiten. Eine Variante ist das Autodach. Da das 245 leicht ist, wäre das möglich. Es ist jedoch unerlässlich, dass beim Auf- und Abladen ein Helfer zur Seite steht. Man kann also nie alleine angeln gehen. Oder man hat eine Rolle zum Hochschieben des Bootes an der Gepäckbrücke auf dem Dach. Aber wer hat die schon? Solche Rollen haben Handwerker, die Leitern auf Kleintransporterdächer schieben müssen. Wer am Dachtransport Interesse hat, sollte in diese Richtung recherchieren.

Die gleichen Schwierigkeiten wie beim Autodach ergeben sich auf einem Anhänger. Da wir große Freunde des gezogenen Anhängers sind, haben wir uns mit der Lösung dieser Problematik beschäftigt. Klar war schon von Anfang an, dass das Boot über dem voll beladenen Anhänger auf eigenen Halterungen ruhen muss und nicht auf der Ladung aufliegen sollte. Außerdem stand ganz oben auf der Aufgabenliste, dass das Auf- und Abladen durch eine Person allein leicht zu schaffen sein muss. Die Befestigung und Sicherung des Bootes sollte zudem schnell zu handhaben sein. Um anderen Interessierten vielleicht den einen oder anderen Denkanstoß für eigene Lösungen zu geben, stellen wir euch unsere Transportlogistik im Folgenden vor.

Ausgangsbasis war bei uns ein Aluminium-Anhänger von Böckmann, der in den Eckprofilen Löcher für Spriegel hat. Wir bauten robuste Brücken, die in Windeseile in die Spriegellöcher eingesteckt werden können. Als Material kam ausschließlich Aluminium, Edelstahl und Kunststoff zum Einsatz, um die Brücken wetterfest auszuführen.

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Lade-Brücken

Die Bug-Brücke war einfach zu gestalten. Sie hat lediglich Aluminium-Winkel, die den Winkel der Bordwand-Oberkante des BIC nachvollziehen, um als Auflage zu dienen. Der Bug der Jolle wird mit einem Spanngurt mit der Deichsel des Anhängers verzurrt. Diese Befestigung sichert das Boot und fixiert gleichzeitig die Brücke auf den Eckprofilen.

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Die Heck-Brücke ist aufwändiger gebaut. Um das Boot auf den Brücken gegen Verrutschen zu sichern, bieten sich die beiden hinteren Dollenhalter des BIC an. Die Heck-Brücke hat gepolsterte Auflagen mit zwei kurzen Stäben, die in die hinteren Dollenhalter passen. Damit wird das Boot optimal auf der waagerechten Ebene fixiert.

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Wir haben ein paar Wochen lang nach einer Alternative zu Spanngurten gesucht und wurden beim Schiffsausrüster fündig. Das Gefummel mit Spanngurten dauert uns nämlich viel zu lange. Was am Bug noch ganz erträglich ist, würde am Heck mit seiner komplizierteren Form ein Gefriemel werden. Glücklicherweise entdeckten wir Seilklemmen aus dem Segelsport. Diese pfiffigen Klemmen halten ein gespanntes Seil bombenfest, lassen selbiges aber mit einem Handgriff wieder los - genial und simpel! So lange der Zug am Seil nach vorne geht, wird dieses in die V-förmige Klemmvorrichtung gezogen und fixiert. Zieht man das Seil nach hinten, löst es sich problemlos. Diese Klemme bietet genau die Bediengeschwindigkeit und Einfachheit der Handhabung, die wir uns gewünscht haben. Die Seilklemmen wurden am Anhänger und die Sicherungsseile an der Brücke montiert. Wird das Seil durch die hinteren Griffes des BIC nach unten gefädelt und in der Klemme festgezurrt, ist das Boot sowie die Brücke einfach und schnell in der Senkrechten fixiert. Polyurethan-Schläche schützen das Seil vor allzu grobem Kontakt mit Metallkanten.

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Aufladen

Auf der Suche nach Rollen für das Laden des Bootes stießen wir auf Tragrollen für Förderbänder. Diese sind ausreichend belastbar, haben gekapselte Kugellager und Edelstahlachsen. Sie erfüllen somit auch unsere Anforderungen an die Wetterstabilität. Die Rollen sind etwas höher als die Querstrebe der Brücke montiert, um ein Rollen des Bootes auch in der Horizontalen zu ermöglichen, ohne dass das Boot die Brücke berührt. Da das Boot auf den Tragrollen seitlich wegrutschen kann, mussten an den Außenseiten der Heck-Brücke Gummipuffer als Absturzsicherung angebracht werden. Das ist besonders wichtig, wenn der Anhänger im Gelände nicht waagerecht steht.

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Um das Auf- und Abladen des Bootes durch nur eine Person zu gewährleisten, kommt ein Ladeseil und eine weitere Seilklemme zum Einsatz. Am Bug des 245 wird das Seil eingeschlauft und durch eine Umlenkrolle an der Bug-Brücke wieder nach hinten geführt. An der Heckbrücke befindet sich an der Seite eine Seilklemme, durch die das Seil ohne Spannung durchgezogen wird. Man schiebt das Boot am Heck über die Rollen auf den Anhänger soweit hoch, bis es nach vorn überkippen würde. Diese Position wird dann durch Spannen des Ladeseils mittels der Seilklemme gehalten. Dazu balanciert man das Boot mit einer Hand in der Schwebe und bedient die Klemme mit der anderen. Nun kann der Bediener das Boot loslassen und sich zur vorderen Brücke begeben. An den Vordergriffen lässt sich das Boot bis über die Bug-Brücke ziehen und ablegen. Danach wird das Heck kurz angehoben und das Boot über die Stäbe der hinteren Auflagen geschoben und abgesetzt. Das Ladeseil wird nicht demontiert und mit einem Klettstreifen an der Bug-Brücke festgeschnallt. Dadurch bleibt die eingestellte Länge für den Absetzvorgang erhalten.

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Abladen

Beim Abladen des Bootes agiert man in umgekehrter Reihenfolge. Ausheben des Hecks aus den Stäben, Runterrollen des Bootes an den Vordergriffen bis in die Kipp-Position, Halten des Bootes am Heckgriff mit einer Hand, Lockern des Ladeseils mit der freien Hand und Abladen des Bootes durch Führen am Heck. Hierbei ist es ein großer Vorteil, dass man das Ladeseil mit einem Ruck einhändig aus der Seilklemme lösen kann.

Lagerung

Wenn man auf dem Grundstück Hülsen in den Boden einbringt, lassen sich die Anhängerbrücken auch zur Lagerung des Bootes verwenden. Das Boot liegt so optimal etwas vom Boden entfernt und außerdem müssen die Brücken nicht extra irgendwo untergebracht werden. Über Winter in eine Plane eingeschlagen, muss man sich dann keine Sorgen um den Kahn machen.

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Nur Mut

Wer selbst keine Möglichkeit zur Herstellung der Brücken hat, sollte durchaus mal in der örtlichen Schlosserei vorstellig werden. Eine taugliche technische Zeichnung vorausgesetzt, ist eine Anfertigung manchmal preiswerter als man denkt. Wir meinen jedenfalls, dass sich der Aufwand lohnt. Seit wir das 245 und die Anhängerbrücken haben, fahren wir noch entspannter an den Teich. Denn der Aufwand für den Ansitz hat sich mit dem Plastikboot erheblich reduziert. Welcher Karpfenangler hat daran kein Interesse?

Weitere Informationen

Achtung! Dem Boot liegen zu wenige Dollenhalter bei. Im BIC-Internetladen findet man eigenartigerweise die Dollenhalter nicht als Zubehör aufgelistet. Man kann jedoch an den deutschen Vertrieb, also an info(ät)choppywater.de, eine E-Mail schreiben und BIC Rowlock Brackets (BIC 245) Artikelnummer 31522 nachbestellen. Das geht ganz unproblematisch.

Henrik (Oktober 2010)


 
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