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Rutenablagen - Rod Pods und Bank Sticks


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Karpfenangeln ist in den meisten Fällen eine passive Angelart. Dem Fisch wird eine Falle gestellt und dann wartet man den Anbiss ab. Das dauert in der Regel so lange, dass ein ständiges Halten der Angelrute in der Hand nicht möglich ist.

Um diese Angeltechnik überhaupt durchführen zu können, müssen die Ruten also irgendwo abgelegt werden. Außerdem muss der Karpfenjäger den Anbiss des Fisches bemerken. Elektronische und mechanische Bissanzeiger, die auf der Rutenablage montiert werden, ermöglichen eine entspannte Fischerei. Das ist sehr komfortabel, da man in der Zwischenzeit mit den Kollegen schwatzen, Frösche beobachten und seinem Mädchen Liebesbriefe schreiben kann. Mit diesem Artikel will ich dem Neuling eine Entscheidungshilfe bei der Anschaffung einer geeigneten Rutenablage geben.

Standfestigkeit und Stabilität

Eine Rutenablage muss zwei grundsätzliche Voraussetzungen erfüllen. Zum Ersten muss sie absolut standfest sein. Bei Bank Sticks ist das normalerweise kein Problem, da man sie nur weit genug in den Boden treiben muss, um eine hohe Standfestigkeit zu erreichen. Bei Rod Pods ist die Sache komplizierter. Um die verschiedenen Bauarten objektiv zu vergleichen, scheidet eine Verankerung im Boden aus. Das Rod Pod soll ja auch auf hartem Untergrund (Steg) sicher stehen bleiben. Bei starkem Wind kann das durchaus eine Herausforderung für manche Konstruktionen sein. Entscheidend ist einerseits die Höhe der gesamten Rutenbank und andererseits die "Auflagefläche". Damit meine ich die gedachte Fläche zwischen den Spitzen der Erdspeere (Rod-Pod-Beine). Je größer die Auflagefläche der Rutenablage ist, desto stabiler steht die Rutenbank. Es gibt noch andere Faktoren, zum Beispiel das Gewicht und den Winkel der Erdspeere zum Boden, die ich aber hier außer Acht lasse.

Zweitens muss die Rutenablage stabil sein. Sie darf sich nicht verwinden, sie soll nicht schwingen oder federn und kein Bauteil darf wackeln. Denn das führt regelmäßig zu Fehlalarmen der empfindlichen elektronischen Bissanzeiger. Wird eine Rute aufgenommen, darf sich die Rutenablage keinen Millimeter bewegen und kein benachbarter Bissanzeiger darf aktiviert werden.

Erdspeere

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Der Klassiker unter den Rutenablagen ist der einzelne Bank Stick. Das ist ein teleskopierbarer Erdspeer aus Metall, der unten eine Spitze und am oberen Ende ein Gewinde hat. Erdspeere gibt es in vielen unterschiedlichen Längen. Sind sie mehr als 1,5 Meter lang, dann spricht man auch von Sturmstangen oder Storm Poles. Diese sehr langen Erdspeere werden eigentlich für Zelte oder Schirme benutzt. Sie lassen sich aber auch gut als Ablage verwenden, wenn man die Ruten in entsprechend tiefem Wasser platzieren möchte.

Man versieht einen Erdspeer mit einem elektronischen sowie einem mechanischen Bissanzeiger und einen weiteren mit einer Klemmvorrichtung für den Rutengriff - im Englischen Rod Rest genannt. Anschließend rammt man die beiden Stäbe in den Boden und hat einen fast perfekten stabilen Rutenhalter. Ein Vorteil von Erdspeeren ist, dass man jede Rute einzeln exakt auf den Futterplatz ausrichten kann. Erdspeere sind die billigste Art der Rutenablage.

Es gibt Situationen, in denen Erdspeere nicht geeignet sind. Wenn der Boden das Eintreiben der Stäbe nicht zulässt, sieht man mit Erdspeeren alt aus. Logischerweise ist das vor allem auf Stegen oder auf Steinpackungen am Fluss der Fall. Auch ein stark ausgetrockneter Lehmboden kann ein echtes Problem darstellen.

Erdspeere mit horizontalen Rutenablagen

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Es gibt noch eine andere Variante, um mit Erdspeeren zu fischen. Man kann sie mit horizontalen Rutenablagen (Buzzer Bars) kombinieren. Horizontale Rutenablagen sind eigentlich für Rutenbänke gedacht, aber sie lassen sich auch auf Erdspeeren einsetzen. Besonders hervorzuheben ist der Torpfosten-Aufbau (Goal Post). Wie der Name schon sagt, werden zwei Stäbe wie Torpfosten aufgestellt und ein Goal-Post-Buzzer-Bar aufgeschraubt. Diese Art der Rutenablage ist äußerst stabil, da sie sich nicht verdrehen kann. Horizontale Rutenablagen für Torpfosten-Aufbauten erkennt man daran, dass sie an beiden Enden Gewinde haben und nicht nur eines in der Mitte.

Rutenbänke

Der Begriff Rod Pod lässt sich als Rutenbank ins Deutsche übersetzen. Gemeint ist ein Gerät zur Rutenablage, das nicht erst durch Eintreiben von Erdspeeren in den Boden Stabilität erreicht, sondern von selbst stehen bleibt. Rutenbänke sind vom Bodengrund unabhängig und daher die einzigen Rutenhalter, die sich in allen Angelsituationen einsetzen lassen. Es gibt verschiedene Konstruktionsformen, die man wie folgt einteilen kann:

Klassische Form mit einem Stab für die horizontalen Rutenablagen,

Klassische Form mit mehreren Stäben für die horizontalen Rutenablagen (Torpfosten),

Rutenbänke mit einem Dreibein und Gelenk,

Torpfosten-Rutenbänke,

Hochgestellte Rutenbänke (High Pods) mit Dreibein am Kopf.

Klassische Form mit einem Stab für die horizontalen Rutenablagen

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Diese ungünstige aber weit verbreitete Form hat einen Rohr-Körper mit jeweils abgeschrägt eingesetzten Erdspeeren an den Enden. Der Nachteil daran ist, dass für die horizontalen Rutenablagen nur ein einzelner Stab zur Verfügung steht. Dadurch können sich die horizontalen Ablagen sehr leicht verdrehen, wenn sie mittels einer Verschraubung oder einer runden Klemmvorrichtung fixiert werden. Dieser konstruktiv bedingte Mangel wiegt so schwer, dass ich von einem solchen Modell abrate. Wird jedoch das Verdrehen verhindert, zum Beispiel durch die Verwendung von Vierkant-Materialien, kann auch diese Bauform eine passable Rutenablage darstellen.

Klassische Form mit mehreren Stäben für die horizontalen Rutenablagen

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Bei dieser Variante wird das Verdrehen der horizontalen Ablagen durch einen Torpfosten-Aufbau verhindert. Wenn das Gerät auch sonst stabil gefertigt ist, ist gegen eine solche Rutenablage nichts einzuwenden. Man sollte sein Augenmerk wie bei allen Rutenbänken auf die Auflagefläche (Fläche zwischen den Beinen) richten. Sind die Beine zu kurz und damit die Auflagefläche sehr klein, kann keine gute Stabilität erreicht werden.

Rutenbänke mit einem Dreibein und Gelenk

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Ein Dreibein mit Gelenk hat zwei entscheidende Nachteile. Zum einen steht ein Dreibein nicht sehr stabil. Die Spitzen der Beine bilden ein Dreieck, und das hat im Vergleich zu einer Rutenbank mit vier Beinen eine erheblich geringere Auflagefläche. Dieses Manko lässt sich nur durch starke Verlängerung der Beine oder hohes Eigengewicht ausgleichen.

Darüber hinaus schwingt der obere Aufbau des Rod Pods. Das ist folgerichtig, da zwischen Dreibein und oberem Aufbau das Gelenk alle Neigungskräfte aufnehmen muss. Selbst bei massiver Ausführung des Gelenkes ist dieser Nachteil feststellbar. Werden hintere Rutenhalter verwendet, die die Rutengriffe fest einklemmen, kann beim Aufnehmen einer Rute das ganze Gerät derartig in Bewegung geraten, dass alle Bissanzeiger aktiviert werden. Nicht umsonst gibt es bei einigen Rutenbänken dieser Bauart die Möglichkeit, durch zusätzliche Erdspeere unter den horizontalen Rutenablagen der Gesamtkonstruktion mehr Stabilität zu verleihen - ein Armutszeugnis!

Rutenbänke aus Edelstahl mit Dreibein und Gelenk sind trotzdem sehr beliebt, weil sie ziemlich gut aussehen. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich durch das Gelenk der Neigungswinkel der Ruten zum Bodengrund sehr leicht durch nur einen Handgriff verändern lässt. Trotzdem überwiegen meiner Ansicht nach die Nachteile so deutlich, dass ich diese Bauart als Fehlkonstruktion einstufe.

Torpfosten-Rutenbänke

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Wie schon bei den Erdspeeren erwähnt, ist ein Torpfosten-Aufbau sehr stabil. Der einzige Nachteil besteht darin, dass diese Rutenbänke nur eingeschränkt hochgestellt (High Pod) verwendet werden können. Die Kippneigung zur Seite nimmt gegenüber Varianten mit schrägen Erdspeeren bei hoher Rutenstellung deutlich zu, da der Abstand der Spitzen der Erdspeere vergleichsweise gering ist. Fischt man hingegen die Ruten nur leicht erhöht, gibt es in der Regel keine Schwierigkeiten. Wer also auf den extremen High-Pod-Modus verzichten kann, der wird mit Torpfosten-Rutenbänken glücklich werden.

Hochgestellte Rutenbänke mit Dreibein am Kopf

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Diese klassischen High Pods sind für hohe Rutenstellungen wie geschaffen. Nicht umsonst bevorzugen Brandungsangler diese Geräteart. Durch die ausladende Bauweise und den dadurch relativ großen Abstand der Beinspitzen entsteht eine große Auflagefläche. Diese ist auch notwendig, da die Höhe dieser Rutenbank die Standfestigkeit negativ beeinflusst. Ein Nachteil dieser Bauart ist, dass man mit diesen Rutenbänken nicht mit flacher Rutenstellung fischen kann. Deshalb ist die klassische hochgestellte Rutenbank ein Spezialgerät unter den Rutenablagen.

Beim Karpfenangeln ist eine hohe Rutenstellung in den meisten Fällen nicht sinnvoll. Trotzdem sieht man sehr viele hochgestellte Ruten an unseren Gewässern. Aus einem für mich nicht nachvollziehbaren Grund sind hochgestellte Rutenbänke in den letzten Jahren zur Modeerscheinung geworden. Sinnvoll setzt man diese Bauart an Flüssen und zur Überwindung von starkem Uferbewuchs an Stillgewässern ein.

Noch ein Wort zu den Erdspeeren

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Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass schräge Erdspeere an Rutenbänken nur sehr umständlich im Boden zu verankern sind. Um nämlich der Rutenbank keinen Schaden zuzufügen, muss beim Eintreiben der schrägen Erdspeere der Druck ausschließlich linear zum Erdspeer ausgeübt werden. Man kann dieses Problem umgehen, in dem man die Erdspeere nicht in den Boden eintreibt, sondern die Rutenbank mit Spannleinen und Häringen am Boden fixiert. Beim Torpfosten-Aufbau ist das Eindrücken der Erdspeere in den Boden sehr viel einfacher, da der Druck nur von oben ausgeübt werden muss.

Fazit

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Kombiniert man alle Tugenden der einzelnen Bauformen, dann erhält man eine Vorstellung vom absoluten Rutenbank-Ideal. Dies wäre ein mehrstrebiger teleskopierbarer Körper mit Torpfosten-Aufbau. Die vier Beine ergäben eine große Auflagefläche. Sie sollten leicht nach außen geneigt und ihr Winkel zum Körper veränderbar sein. Alle Erdspeere müssten sich teleskopieren lassen. Als Material käme an einigen Stellen - wie den Gelenken und Verschraubungen - Edelstahl zum Einsatz, um die Lebensdauer zu erhöhen. Weniger beanspruchte Teile sollten wegen des geringeren Gewichtes aus hochfestem Aluminium beschaffen sein. Schnellspanner und griffige Rändelschrauben erleichterten den Aufbau und die Anpassung an das Gelände. Selbstverständlich müssten alle Aufbau-Varianten möglich sein.

Das leider nicht mehr erhältliche Paul's Pod erfüllt fast alle diese Vorgaben und ist nach meiner Meinung ein Gerät, das als fast ideale Rutenbank bezeichnet werden kann.

Ich hoffe, dem geneigten Leser mit diesem Artikel eine erste Orientierung vor dem Kauf einer Rutenablage gegeben zu haben. Wie bei allen Ausrüstungsgegenständen spielen natürlich persönliche Vorlieben eine große Rolle. Hohes Gewicht empfinde ich als deutlichen Nachteil. Wer jedoch glänzenden Edelstahl bevorzugt, der wird die Pfunde in Kauf nehmen müssen. Will man Flexibilität bei der Rutenstellung haben, scheiden die ansonsten sehr guten Torpfosten-Rutenbänke aus. Und natürlich spielt auch der Preis eine große Rolle. Hat man nur ein kleines Budget zur Verfügung, kann man die meisten Situationen am Wasser mit ein paar Erdspeeren hervorragend meistern.

Henrik (April 2004)

Ich bedanke mich bei Frank, Josef, Thorsten, Mike, Hans und Marko für die Unterstützung mit Bildmaterial.


 
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Lesermeinung

 
Eingesandter Leserkommentar  

Name: Klaus Aichmair
Datum: 26.07.2005

Guter Artikel...Gratulation!

Ich selbst habe schon einige Pods ausprobiert und kann euch nur zustimmen: mehrstrebig ist unabdingbar!
Ich verwende zur Zeit ein Modell mit Zentralgelenk auf Dreibein, mit welchem ich sehr zufrieden bin, obwohl es in eurem Bericht nicht so toll abgeschnitten hat! Aber naja...die Geschmäcker sind (Gott sei Dank) verschieden!

Vollkommen zustimmen muss ich euch dahingehend, dass zum Ersten Pods mit einfachen runden Stäben nicht ordentlich zu fixieren sind....zum Zweiten, dass der Boom zu hochgestellten Ruten beim Karpfenangeln auch an freien Uferstrecken an stehenden Gewässern zu beobachten ist!
Verstehe ich nicht, da bei horizontaler Rutenablage der Widerstand beim Abziehen des Fisches um ein Vielfaches vermindert werden kann!
Aber...ich will hier nicht rumklugscheissen, sondern einfach zu eurer gelungenen Page gratulieren! Find sie toll und "treibe mich hier gerne rum"gg!

MFG KLAUS

 

 

Lesermeinung

 
Eingesandter Leserkommentar  

Name: Daniel Gast
Datum: 08.11.2004

Also zum Thema Rod Pod habe ich schon eine Menge ausprobiert und muss sagen, an jedem Rod Pod in der unteren Preisklasse hatte ich was zu beanstanden. Bis ich mir das Fishcon geholt hab, das ist das geilste Teil meiner Meinung nach auf der Welt. Man kann es soagr an den Füßen fixieren, mit Häringen, dann steht es wie ein Baum.

In dem Sinne good carps!

 

 

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